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IHK-NEUJAHRSEMPFANG

"Wirtschaft und Gesellschaft sind eins!"

IHK-Neujahrsempfang 2012 © IHK Halle-Dessau Zoom von links: Gastredner Günter Ederer, die Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau, Klemens Koschig und Dagmar Szabados, IHK-Präsidentin Carola Schaar, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Brockmeier und Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Detlef Gürth
Dessau-Roßlau, 9. Januar 2012. Für mehr Aufklärung über ökonomische Zusammenhänge sowie die Rolle und Bedeutung der Wirtschaft hat sich die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK), Carola Schaar, stark gemacht. „Es gibt keine Trennung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Beide sind eins. Und beide sind menschgemacht und menschgeprägt – von Menschen für Menschen“, so Schaar anlässlich des IHK-Neujahrsempfangs vor 800 Gästen am 9. Januar 2012 in Dessau-Roßlau. Die Wirtschaft sei nicht etwa „irgendein losgelöstes, isoliertes Etwas.“

Dabei beklagt Schaar mangelndes Allgemeinwissen über Grundwerte und Funktionsprinzipien der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung: „Wir müssen zeigen, dass das Eintreten für Freiheit und Selbstverantwortung, für Wettbewerb und Leistungsgerechtigkeit dem Gemeinwohl dient.“ Dafür setze sich die IHK unermüdlich ein. Zufrieden zeigt sich Schaar mit dem Wirtschaftswachstum 2011. Auch der Arbeitsmarkt sende positive Signale: „Die Zahl der Erwerbstätigen war noch nie höher. In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosenquote heute nur noch etwa halb so hoch wie 2005.“

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung zeigte sich die IHK-Präsidentin verwundert, dass nun „offenbar sämtliche etablierten Parteien dazu übergehen, diese historischen Erfolge durch die Einführung von Mindestlöhnen aufs Spiel zu setzen“. Denn klar sei doch: „Ein Mindestlohn nützt nur dem, der ihn auch bekommt!“ Viele Unternehmen könnten einen künstlich erhöhten Preis für Arbeit nur auffangen, indem sie dann weniger Leute beschäftigten. Carola Schaar: „In Deutschland wirkt ein staatlich verordneter Mindestlohn wie ein Beschäftigungsverbot für Geringqualifizierte. Das ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch unsozial!“ Auf Landesebene trete man als Interessenvertretung von fast 55.000 Mitgliedsunternehmen gegen politische Fehlsteuerungen ein. So würden sowohl die sachfremden Kriterien des geplanten Vergabegesetzes als auch die Ausweitung der wirtschaftlichen Betätigung von Kommunen von der IHK abgelehnt. „Im Grundsatz muss gelten: Privat vor Staat“, so die IHK-Präsidentin.

Der Gastredner des Abends, Wirtschaftspublizist Günter Ederer, plädierte für eine Besinnung auf die Prinzipien von Ludwig Erhard, der im Westen Deutschlands die Grundlagen für den wirtschaftlichen Aufschwung und damit die Stabilisierung der Demokratie gelegt habe. Haushaltsüberschüsse und starkes Wachstum seien das Ergebnis seiner Marktwirtschaft, von deren Prinzipien kaum ein Schatten übrig geblieben sei. Heute beherrschten immer mehr Staatseingriffe und höhere Abgaben Bürger und Unternehmen. Die Folge: Finanzkrisen und Schuldenberge. Statt mehr Staat ist dringend mehr Freiheit notwendig, fordert Ederer.

DOKUMENT-NR. 4594

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