IHK-Konjunkturbericht für die Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg

Dessau-Roßlau, 17. Mai 2017. Die Wirtschaft in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg ist Anfang 2017 sehr zufrieden. Wie die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) in ihrer aktuellen Konjunkturumfrage feststellt, verbesserte sich das Geschäftsklima in der Region verglichen mit dem Vorjahr deutlich und war so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Aufschwung erfasst laut IHK nun alle Branchen und steht auf einer breiten, soliden Grundlage.
„Die Unternehmen in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg schätzen die aktuelle Geschäftslage im ersten Quartal als sehr gut ein. Gleichzeitig sind sie sehr optimistisch für die kommenden Monate“, fasst Danny Bieräugel, Konjunkturexperte der IHK, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Die bisher stark auf der Nachfrage basierende und durch Sondereffekte befeuerte Entwicklung werde nun auch von produktionsorientierten Branchen wie der Industrie getragen. „Damit steht der konjunkturelle Aufschwung in Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg jetzt endlich auf einer breiten Basis“, so Bieräugel weiter.
Manfred Piotrowsky, IHK-Geschäftsführer in Dessau-Roßlau, ergänzt: „Die gute Konjunktur wirkt sich weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt hier in der Region aus.“ Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steige, manche Branchen meldeten Engpässe. „Dennoch kommt die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nicht schnell genug voran“, mahnt Piotrowsky. Bei weiterhin knapp 10 Prozent Arbeitslosen in der Region und gleichzeitigem Rekordstand bei der Arbeitskräftenachfrage werde ein strukturelles Problem deutlich. „Wir brauchen mehr Anreize für Arbeit“, so Piotrowsky weiter. „Der Gesetzgeber sollte sich weniger einmischen und Arbeitslosigkeit auch nicht durch öffentliche Beschäftigung verschleiern!“
Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen:
Das Geschäftsklima in der Industrie zieht aktuell wieder an, die regional wichtige Branche nimmt jetzt am konjunkturellen Aufschwung teil. Der Geschäftsklimaindex ist hier mit 30,7 Punkten ordentlich verbessert. Die Geschäftslage liegt auf dem guten Vorjahresniveau. Deutlich positiver fallen hingegen die Geschäftserwartungen aus: Mit einem Saldo von 21,1 Prozentpunkten sind deutlich mehr Unternehmen zuversichtlich gestimmt als skeptisch. Die Industrie rechnet auch wieder mit stärkeren Absatzsteigerungen, besonders im Ausland.
Das Baugewerbe ist anhaltend optimistisch. Der Geschäftsklimaindex steigt gegenüber dem Vorjahresquartal auf 31,7 Punkte an. Bei unverändert guter Geschäftslage schätzen die Betriebe auch hier ihre Aussichten vergleichsweise optimistisch ein. Der Bau profitiert weiter von den günstigen Rahmenbedingungen wie niedrigen Zinsen, hohe Kaufkraft und volle öffentliche Kassen. Die günstige Auftragslage führt dabei auch zu mehr Beschäftigung, allerdings werden Arbeitskräfte teilweise knapp.
Das Dienstleistungsgewerbe ist auch in der Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg weiter im Aufwind. Der Indexwert steigt auf 32,1 Punkte. Die Branche schätzt ihre Geschäftslage noch besser ein als 2016. Insbesondere die Umsatzentwicklung beflügelt die Stimmung. Die Geschäftserwartungen bleiben auf dem leicht positiven Niveau des Vorjahres und sorgen auch dafür, dass nun mehr Unternehmen Personal aufbauen wollen und Investitionen planen.
Im Handel hält die gute Stimmung an. Der Geschäftsklimawert verbessert sich auf 28,4 Punkte. Die Händler schätzen ihre Geschäftslage leicht besser ein und die Erwartungen sind per Saldo positiv, die Umfragewerte liegen über denen im Vorjahr. Aktuell wird die gute Stimmung nicht nur vom konsumorientierten Einzelhandel sondern auch vom produktionsnahen Großhandel getragen.
Im Verkehrsgewerbe scheint die Bremse nun gelöst. Der Index für das Geschäftsklima verbessert sich nun nach der bisher verhaltenen Entwicklung deutlich auf jetzt 20,5 Punkte. Dabei hellt sich die Geschäftslagebeurteilung stärker auf – insbesondere Umsätze und Auftragseingänge fallen besser aus. Dies erwarten die Unternehmen auch für die nächsten Monate. Das sorgt für verbesserte Geschäftserwartungen wie auch für zuversichtlichere Planungen von Beschäftigung und Investitionen.